Reinkarnation eines Pioniers

Von Charles Staubach

Der neue RAV4 ist aufgrund seines Designs und der Ergonomie sowohl als Familienauto wie auch als Geschäftswagen geeignet.

Der Generationenwechsel ist vollbracht: Der neue Vollhybrid-Toyota RAV4 ist eines der meistbeachteten Highlights im Automarkt bei den Neueinführungen 2019 und ab sofort im Schweizer Markt eingeführt. Auch als Geschäftswagen ist die Neuauflage des Kompakt-SUV-Klassikers eine Top-Alternative und äusserst geeignet.

Was macht ein gutes Geschäftsauto aus? Über eine halbe Million offiziell als Firmenautos registrierte Fahrzeuge werden in der Schweiz bewegt, sagt eine Statistik von «Auto-i-dat», die nach eigenen Angaben verlässliche Fahrzeugdaten als zuverlässige Entscheidungsgrundlage für den Garagisten, Händler, für den Motorradhändler, für den Carrossier, für Flottenbetreiber und für Versicherungen liefern. Ein Firmenfahrzeug ist aber auch ein Prestigeobjekt für den Benutzer. Ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellter Wagen, etwa in der Premiumklasse, kann gut und gerne als Lohnbestandteil gelten. Immer mehr im Trend: Hybrid-Kompakt SUV als Firmenautos beziehungsweise Dienstwagen. Energieeffizienz und Sparsamkeit, einfacher Unterhalt und schneller Service sind nebst den ergonomischen und technischen Vorteilen die Killergumente für die Wahl von Kompakt-SUV als Geschäftsauto.  

Noch bessere Fahrdynamik
Der neue RAV4 Vollhybrid punktet hierbei sowohl im technischen Bereich wie auch beim Design. Er wirkt sowohl bei der Aussen- wie Innenoptik nicht protzig, aber dennoch edel, ist – wie das Wort bereits schon sagt – kompakt durchkonzipiert und auch für den Stadtverkehr geeignet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis tut sein Übriges, damit für Unternehmer­innen und Unternehmer der neue RAV4 attraktiv ist. Zumal es ja auch ein Familienauto par excellence ist und mit der Vollhybrid-Technik bestens gerüstet ist. Das Motto ist: Diesel ist out, Vollhybrid ist in. Und so setzt man beim Toyota RAV4 auf einen 2.5-Liter-Benzinmotor und auf zwei E-Motoren mit 222 PS. Damit kommt der RAV4 in 8.1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km / h. Der Normverbrauch ist erstaunlich mit 4.5 Litern auf 100 Kilometern (Werksangabe). Neben diesen besseren Fahrleistungen sind Optimierungen beim Allradantrieb und bei der Lenkung vorgenommen worden, und es ist ein insgesamt dynamischeres Fahrerlebnis feststellbar. Die Fahrdynamik wurde nämlich so massgeblich überarbeitet mit dem Effekt, dass insbesondere die Leistungsfähigkeit des Allradantriebssystems nochmals verbessert werden konnte. Bei der Hybridversion verwendet der japanische Hersteller neu entwickelte Elektromotoren, welche die Systemleistung des Hybridsystems effizient umsetzen. Für den zusätzlichen Antrieb der Hinterachse wird ebenfalls ein neuer, zusätzlicher Elektromotor verwendet, der die Hinterräder mit einem hohen Drehmoment versorgt. 

Die zwei neuen Antriebssysteme sind sparsamer, aber auch leistungsfähiger als die bisherigen Varianten. Das neue Hybridsystem mit einem 2.5-Liter-­Benzinmotor kombiniert einen tiefen Verbrauch und Emissionswerte mit mehr Leistung sowie einem optimierten Ansprechverhalten. Das Hybridsystem bleibt auch weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal des RAV4 in  seinem Segment.

Dank TNGA besseres Raumangebot 
Neu setzt Toyota beim RAV4 auf die New Global Architecture (TNGA) auf, die mit einigen Verbesserungen einhergeht. Dank der neuen Plattform wurden die Karosserieüberhänge im Vergleich zum aktuellen RAV4 um 3.5 Zentimeter verringert, zugleich ist das Fahrzeug leicht geschrumpft, um einen halben Zentimeter auf 4.60 Meter Länge. Gewachsen ist jedoch der Radstand, um drei Zentimeter auf 2.69 Meter. Der neue RAV4 glänzt derweil auch mit einem optimalen Ergonomie-Konzept, welches ein deutlich verbessertes Raumangebot zur Folge hat. Das heisst im Klartext: mehr Beinfreiheit im Fond sowie einen um 79 Liter grösseren Kofferraum (547 bis 1 735 Liter). Durch diese TNGA-Plattform konnte ein tiefer Schwerpunkt und eine optimale Gewichtsverteilung realisiert werden. Daraus resultiert eine höhere Steifigkeit des Chassis, wodurch die Fahrmanöver präziser gestaltet werden können.

Die fünfte RAV4-Generation liefert neue Ausstattungsdetails und verbesserte Assistenzsysteme. Das neue Safety-Sense-Paket beinhaltet einen sogenannten Kollisionsverhinderer – bei diesem sollen Velofahrer / innen und Fussgänger/innen sogar bei Nacht erkannt werden. Weitere Ausstattungs-Highlights: 17-Zoll-Aluräder, Dachreling, LED-Scheinwerfer und ein 7-Zoll-Touchscreen für das Audiosystem. Optional lässt sich der RAV4 unter anderem mit einem Rückspiegel ausstatten, der auch gleichzeitig als Bildschirm für die Rückfahrkamera dient. Aufrüsten kann man auch mit einem 360-Grad-Kamerasystem, einem Panorama-Glasdach oder einem Soundsystem von JBL.  

Hybrid-Trends
Bei der Hybridisierung setzt sich die Plug-in-Technik mehr und mehr durch. Die Plug-in-Fahrzeuge sind aufgrund einer grösseren Batterie teurer, schwerer und aufwändiger, doch der Normverbrauch ist sehr gering. Weil Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge grössere Strecken nur mit dem Strom aus der Batterie fahren können, ist bei ihnen auch der Praxisverbrauch geringer, wenn die tägliche Strecke kürzer ist als die elektrische Reichweite. Vorausgesetzt, der Strom aus dem Netz ist billiger als der Treibstoff für dieselbe Strecke. Plug-in-Hybride werden gern als eine Brückentechnologie gesehen und wiederum als Vorstufe eine Brücken­technologie zur Mobilität mit Wasserstoff.

Der schlechte Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors, besonders beim Beschleunigen, kann mit einem Hybrid­system verbessert werden. Wenn der Elektromotor mit seinem hohen Drehmoment aus niedrigen Dreh­zahlen eine kurze Anschubhilfe leistet, entlastet dies den Benziner. Und beim Bremsen schaltet der E-Motor sofort auf Generator um und nutzt die kinetische Energie, um Strom zu gewinnen, der dann die Batterie speist. Daher sind Hybrid­autos in der Stadt eine gute Alternative. 

Als eine im Gegensatz zum Vollhybrid und dem Plug-in-Hybrid günstigere Art der Elektrifizierung entwickelt sich derzeit die 48-Volt-Technik. Hier sitzt, angetrieben über einen Riemen (RSG) oder integriert zwischen Motor und Getriebe (ISG), ein sogenannter Starter-Generator mit einer recht hohen Leistung von bis zu 15 kW. Dieses Modul ist in der Lage, den Wagen nicht nur sanft zu starten, ISG helfen auch beim Beschleunigen (Boosten), und beide Systeme gewinnen Strom beim Bremsen (Rekuperieren), der dann für Aggregate verwendet wird, die zeitweise benötigt werden. Zudem erlaubt die Technik das «Segeln», denn oft bedarf es bei gemächlichem Dahingleiten so wenig Motorleistung, dass das E-Modul den Vortrieb übernehmen und der Verbrenner ausgeschaltet werden kann. Wird wieder mehr Vortrieb nötig, bringt sich fast unmerk­lich der Verbrennungsmotor ins Spiel. Insgesamt sind so Verbrauchseinsparungen von bis zu 15 Prozent möglich.

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