Mit gepflegten Füssen durch den Winter

von Yvonne Siegenthaler-Matter

Mithilfe eines podologen oder einer podologin steht gepflegten Füssen nichts mehr im wege. ©

Unsere Füsse – tagtäglich tragen sie uns durchs Leben, das heisst, der Mensch geht dabei durchschnittlich fast Viermal um die Erde, das sind 160‘000 Kilometer oder etwa 270 Millionen Schritte. Der Winter steht vor der Tür und die Füsse werden wieder in dicke Socken und warme Schuhe gepackt. Die Socken und warmen, gefütterten Winterschuhe sind häufig wenig atmungsaktiv und eng anliegend, was zu unangenehmen Druckstellen und Hornhaut Führen kann. Zudem Können Hitzestau und Fehlende Luftzirkulation Schweissfüsse verursachen. Für den ganzen Körper und speziell für unsere Füsse ist der Winter eine grosse Herausforderung. Fussbäder, tägliches Eincremen und eine regelmässige Pflege sind jetzt besonders wichtig. Wer das nicht in eigener Regie tun will oder kann, gönnt sich am besten eine Behandlung bei einer Podologin oder einem Podologen.

Podologie, was genau ist das eigentlich? Für viele ist dies zu Unrecht noch immer ein Fremdwort. Podologie bedeutet «nicht ärztliche Heilkunde am Fuss». Die Bezeichnung leitet sich vom griechischen pous – Genitiv podos – für «Fuss» und logos für «Sprache / Lehre» ab. Gesunde Füsse sind Lebensqualität im wörtlichen Sinn. Damit Sie die täglichen Belastungen ein Leben lang ertragen können, dafür sorgen Podologinnen und Podologen – medizinisch kompetent und professionell.

Die Aufklärungsarbeit in Sachen Fussgesundheit ist den Podologen ein grosses Anliegen. Der Kundenstamm ist in der Regel sehr gemischt. Viele der Patienten sind über 60 Jahre alt, der Rest jeden Alters, vom Kind und Jugendlichen bis hin zum Erwachsenen. Die Gesundheitsaufklärung bezüglich der Füsse sollte bereits ab dem Kleinkind­ bzw. Kindergartenalter anfangen. Doch erst die eigenen Fussprobleme sensibilisieren viele Eltern für die Fussgesundheit ihrer Kinder. Trotzdem hat das Fussbewusstsein zugenommen, auch bei jungen Menschen und sie zeigen Verantwortung für ihre Füsse. Insbesondere Sportler, die Zahl der Freizeitsportler wächst und damit auch eine potenzielle Patientengruppe für die professionelle Fusspflege.

Ungefähr ein Drittel aller Menschen klagt über Fussprobleme. Das verwundert nicht, denn mit uns kommen auch unsere Füsse in die Jahre. Das fortschreitende Alter setzt den Füssen zu, diese werden im Laufe der Zeit weniger gut durchblutet, reagieren empfindlicher auf Stösse und Umweltveränderungen und sie werden anfällig für eine Reihe von Erkrankungen. Zudem wird es im Alter auch immer beschwerlicher, die Füsse zu pflegen. Gutes und gesundes Schuhwerk sowie sorgfältige Pflege sind hier die beste Prävention.

Wer sich einmal auf einer langen Wanderung eine Blase an den Füssen zugezogen hat, weiss wie belastend schmerzende Füsse sein können. Wer aber von übermässiger Hornhaut, eingewachsenen oder verdickten Zehennägeln, Druckstellen oder gar einem Hühnerauge (Clavus) geplagt wird, kann im Alltag unter massiven und äusserst schmerzhaften Einschränkungen leiden. Hier setzt die medizinische Fusspflege an, die neben der Behandlung von Beschwerden auch therapeutische Massagen und die individuelle Beratung für eine anhaltende Fussgesundheit beinhaltet. Wichtiger Pfeiler der Volksgesundheit Schon die alten Ägypter vor rund 4 500 Jahren kannten die heilsame, therapeutische, aber auch wohltuende Wirkung der Fusspflege. Und durch alle Epochen hindurch bis heute wussten und wissen es die Menschen zu schätzen, auf gesunden Füssen gehen zu können. Die Podologie, wie wir sie heute kennen, hat sich deshalb als wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Gesundheitswesens etabliert. Den Beruf gibt es in der Schweiz schon seit über 90 Jahren. Podologinnen und Podologen benötigen dafür eine Berufsausübungsbewilligung der jeweiligen kantonalen Gesundheitsbehörde. Dies nicht zufällig, denn erst eine medizinisch kompetente und professionelle Behandlung von Fussbeschwerden garantiert, dass die Füsse als wichtigster und komplexester Bewegungsapparat im menschlichen Körper optimal funktionieren.

Ablauf einer podologischen Behandlung
Nach einer eingehenden Anamnese, wie wir sie auch von der Medizin her kennen, berät und behandelt die Podologin oder der Podologe ein breites Spektrum an Fussbeschwerden. Dies sind Veränderungen oder Erkrankungen im Nagelbereich, eingewachsene oder verdickte Zehennägel, Nagelpilze, übermässige Hornhaut oder Schwielen sowie Hühneraugen (Clavi), die fachgerecht entfernt werden. Darüber hinaus werden Methoden wie Orthonyxie (spezielle Spangentechnik bei eingewachsenen Nägeln), Verbands­ und Orthesentechnik (für Zehenkorrektur und Druckentlastung), Nagelprothetik (künstlicher Nagelersatz) angewandt.

Therapeutische Fuss­ und Unterschenkelmassagen werden in der Nachbehandlung eingesetzt oder dienen der Steigerung des Wohlbefindens.

Ein wachsendes Tätigkeitsfeld bildet für die Podologinnen und Podologen die Behandlung des diabetischen Fusssyndroms (DFS), das häufig bei Zuckerkranken (Diabetes Typ 2) auftritt, sowie von Rheumapatienten und Patienten mit Durchblutungsstörungen arterieller oder venöser Art.

Obwohl Podologinnen und Podologen darauf spezialisiert sind, Füsse mit Problemen zu behandeln, helfen sie auch gesunden Füssen. Gerne verschönern sie diese mit einer wohltuenden Behandlung. Für viele Frauen gehören lackierte Fussnägel zu schönen und gepflegten Füssen – auch dieser Wunsch wird erfüllt.

Zu guter Letzt noch ein paar wichtige Tipps und Anleitungen für die eigene Pflege der Füsse und das richtige Schuhwerk:
– Beim Schneiden der Nägel ist der gerade Abschluss die beste Form. Auch sollten sie nicht zu kurz geschnitten werden – sonst ist der Zeh nicht ausreichend gegen den Druck des Schuhs geschützt und es kann ausserdem zu schmerzhaften Entzündungen im Nagelbett kommen.
– Übermässige Hornhaut kann mit einer Hornhautfeile abgetragen werden. Auch hier ist Vorsicht geboten, es sollte nicht zu viel gehobelt werden, besser ist es, nur das Nötigste zu entfernen und die Haut mit ureahaltiger Lotion zart zu pflegen.
– Tägliches Eincremen und das Trocknen der Zehenzwischenräume nach dem Duschen und Baden sind ebenfalls wichtige Bestandteile für gesunde Füsse.
– Um Nagelpilz und Warzen zu verhindern, sollten in Hallenbädern und Umkleidekabinen Badeschuhe getragen werden.
– Draussen ist es kalt, drinnen ist es warm, daher ist es wichtig, die Schuhe regelmässig zu wechseln, das heisst, eventuell gar ein zweites Paar Schuhe mit ins Büro zu nehmen. In beheizten und warmen Räumen beginnen dick eingepackte Füsse zu schwitzen. Da der Schweiss aus geschlossenen Schuhen nicht so gut ausströmen kann, bleibt er auf der Haut und wird durch Bakterien zersetzt, was zu unangenehmen Gerüchen führt. Es empfiehlt sich, die Schuhe im Büro zu wechseln.

Nach Einhaltung dieser Tipps und Pflegeanleitungen oder einem Besuch bei einer Podologin oder einem Podologen steht einem Winter mit gepflegten und gesunden Füssen nichts mehr im Wege.

www.podologie.ch

 

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