Logistik Lernen!

Interview mit Franco Miani und Niggi Freundlieb

gefragte Fach- und Führungskräfte in logistik und Scm.

Der Fachverband für nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke, GS1 Switzerland, mit Sitz in Bern ist das Kompetenzzentrum der Wirtschaft für Standards, Logistik, Supply- und Demand Management. Mit einer Wertschöpfung von rund 40 Mrd. Fr. ist der Schweizer Logistikmarkt ein bedeutender Wirtschaftszweig und beschäftigt über 181’000 Personen. GS1 Switzerland hat rund 5 500 Firmen als Mitglieder – vornehmlich aus den Bereichen Konsumgüter, Gesundheitswesen, technische Industrien sowie Transport & Logistik –, welche von Globalen Identifikationsstandards, Datenaustausch, standardisierten Prozessen, Fachinformationen sowie Netzwerken profitieren.

Zudem bietet GS1 Switzerland ein ausgezeichnetes Weiterbildungsprogramm an und ist Prüfungsträger von Berufs- und Höheren Fachprüfungen wie zum Beispiel für Logistikfachleute mit eidg. Fachausweis, dipl. Logistikleiter / innen HFP und dipl. Supply Chain Manager / innen HFP.

Der Name GS1 steht für One Global System, One Global Solution und One Global Standard. GS1 ist eine international führende Not-for-profit-Organisation mit Sitz in Brüssel für die Entwicklung und Umsetzung weltweiter Standards mit dem Ziel, Logistik und Versorgungsketten zu optimieren. Die werden heute in über 150 Ländern von über einer Million Mitgliedsunternehmungen genutzt.

Im Interview mit dem «Geschäftsführer» stellt Franco Miani, Studien- und Prüfungsleiter bei GS1 Switzerland, das Weiterbildungskonzept der Organisation näher vor.

«Geschäftsführer»: gibt es Prognosen, wie sich der Arbeitsmarkt für Logistiker und Supply-Chain-Fachleute in der Schweiz in Zukunft entwickeln wird?
Franco Miani:
Der demografische Wandel geht auch an der Logistik nicht vorbei. Vor allem bei Logistik- bzw. Supply Chain Manager und Einkäufern könnte es künftig zu einer Überalterung kommen. Deshalb ist klar: Logistiker und Supply Chain Manager sind und bleiben gefragte Berufe!

Was zeichnet die Weiterbildungsangebote von gs1 Switzerland aus?
Wir zeichnen uns durch ein grosses Netzwerk mit Partnern aus der Wirtschaft aus. Mit fachlich ausgewiesenen sowie methodisch erfahrenen Dozenten aus der Praxis garantiert unser Weiterbildungsangebot einen fundierten und marktorientierten Unterricht nach der Methode ARIVA, wo nicht die frontale Theorievermittlung im Mittelpunkt steht, sondern das Verarbeiten des Stoffes seitens der Teilnehmenden. Als eduQua-zertifizierter Anbieter werden wir regelmässig von externen Experten kontrolliert. Die Lehrgangskonzepte und die Unterrichtsunterlagen werden auf die Anforderungskataloge der Prüfungsorgane und der Wirtschaft abgestimmt, die Lehrgangsunterlagen dienen als ideales Nachschlagewerk für die Praxis.

Weshalb sind die Absolventen von Lehrgängen und Seminaren von gs1 Switzerland ein Gewinn für ihr Unternehmen?
Gemeinsam ist bei all unseren Angeboten, dass sie auf den Logistik- Gesamtprozess bzw. das Managen der gesamten Wertschöpfungskette ausgerichtet sind. Diese Kompetenz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ebenso stellen wir den Praxisbezug ausnahmslos ins Zentrum unserer Lehrgänge und Seminare – so ist das Gelernte sofort umsetzbar.

Was müssen Logistik- und Supply Chain-Profis können und was sind die Ziele der Ausbildung?
Logistikfachleute sind Allrounder in den unterschiedlichsten Logistikbereichen. In Industrie-, Handels- und Dienstleistungsbetrieben übernehmen sie auf Ebene Sachbearbeiter oder im unteren Kader wichtige Funktionen. Logistikleiter / innen sind im oberen Kader für den gesamten Material-, Informations- und Wertefluss eines Unternehmens sowie für die Personalführung und Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern zuständig. Und Supply Chain Manager / innen sind auf allen Hierarchiestufen für Supply-Chain-Strategien national oder international tätiger Unternehmen verantwortlich. In dieser Funktion koordinieren sie die Lieferketten vom Einkauf über die Produktion bis zum Vertrieb und sind für den unternehmensübergreifenden Datenaustausch zuständig.

Wie sehen die Karriere-Aussichten für Absolventen von Lehrgängen aus?
Das Fazit der jährlich erscheinenden Logistikmarktstudie ist klar: Die Welt verändert sich rasant – und mit ihr die Logistik. Von zentraler Bedeutung wird die Steuerung von unternehmensübergreifenden Logistiknetzwerken gesehen. Die Anstrengungen zur Vernetzung der einzelnen Logistikbereiche zu einem logistischen Gesamtprozess «vom Lieferanten zum Kunden» stehen in den nächsten Jahren ebenso im Vordergrund. Hierzu benötigen Unternehmen bestens ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Der Blick in Jobportale oder Stellenanzeiger bestätigt es: Unternehmen setzen auf – im Sinne des logistischen Gesamtprozesses – breit ausgebildete Mitarbeiter. Dies auch, wenn die Tätigkeiten, die sie ausüben, bloss in einem Teilbereich der Logistik angesiedelt sind. Insofern sind die Karriere-Aussichten hervorragend.

An wen richten sich die Lehrgangsangebote von GS1 Switzerland?
Zielpublikum sind Fach- und Führungskräfte aus der Logistik / SCM, die motiviert sind, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu erklimmen. Zudem versuchen wir Leute anzusprechen, die bewusst keine Schnellbleiche suchen, sondern sich fundiert mit der Materie auseinandersetzen möchten.

Rolf Uhlmann

Absolvierte seine Lehrzeit in der Verkaufsabteilung von
Sanitas troesch, einem Anbieter von küchen- und Badezimmereinrichtungen. «nach der rS arbeitete ich sechs Jahre in der Verkaufsabteilung meines Lehrbetriebes», erinnert er sich, «übernahm dann die administration bei einer Sanitär-Installationsfirma und verbrachte anschliessend einen halbjährigen Sprachaufenthalt in Venezuela.» wieder zurück in der Schweiz landete Rolf Uhlmann nach ein paar beruflichen Umwegen wieder bei seinem Lehrbetrieb im verkauf. «2008 übernahm ich dann im Regionallager in toffen die Stelle des Abteilungsleiters Warenbeschaffung», erzählt er, «ich musste Führungsaufgaben übernehmen und erlangte zusätzlich vertiefte It- und projektmanagement-Kenntnisse.»
mit der gewachsenen Erfahrung und Verantwortung dachte der mittlerweile 42-Jährige 2014 erstmals über eine Weiterbildung nach: «mein damaliger vorgesetzter hatte bei GS1 Switzerland den Lehrgang zum eidgenössisch diplomierten Logistikleiter absolviert, und ich informierte mich intensiver über die Lehrgänge von GS1 Switzerland.» Uhlmann entschied sich in der Folge, sich für den Lehrgang zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain manager anzumelden. «zuerst nahm ich den Lehrgang auf die leichte Schulter», gibt Rolf Uhlmann zu, «aber ich merkte bald, dass es viel Disziplin und die passende Lernmethode brauchte, um die intensive Weiterbildungszeit durchzustehen. die grösste Herausforderung für mich war das erstellen der Diplomarbeit gewesen, aber an diesem Prozess, der grossen Durchhaltewillen erforderte, bin ich gewachsen.»
Rolf Uhlmann ist überzeugt, dass diese Erfahrung ihm auch heute im berufsalltag Sicherheit gebe: «zu wissen, wie man ein Problem angeht, gibt mir Selbstvertrauen.» auch dank der 2017 erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain manager machte er einen weiteren karriereschritt: Seit Anfang 2019 ist er Leiter des Sanitas-Troesch-Standorts in toffen.

www.gS1.ch


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