«Kitchen Possible» – immer mehr mögen`s Heiss

INTERVIEW MIT SVEN BREITENMOSER VON GEORG LUTZ UND JOËL WUETHRICH

Die Küche ist heute kein reiner Funktionsraum mehr. Sie hat sich fast zum wichtigsten Raum im Haus entwickelt. Wir kochen, kommunizieren und Arbeiten in der Küche. Sven Breitenmoser ist Geschäftsführer bei Quooker in der Schweiz und erklärt uns, wie und warum ein Quooker in die moderne Küche passt.

Wir leben im Zeitalter der Energieeffizienz. Vielen Menschen ist dieses Thema wichtig. Mit Quooker wollen Sie mehr Energieeffizienz in die Küche bringen?
Sven Breitenmoser:
Dieses Thema ist sehr zentral geworden. Mit Innovation geht natürlich auch die Optimierung der Energieeffizienz einher. Es geht bei uns nicht nur um Produktvorteile, sondern auch um Mehrwerte. Themen wie Filtrierung von Leitungswasser, Minimierung von Plastikmüll und eine generelle Sensibilisierung zum Thema Wasser sind omnipräsent, und Lösungen müssen umgesetzt werden. Sauberes, gefiltertes Leitungswasser – auch angereichert mit Kohlensäure – ist das umweltfreundlichste Getränk, das es gibt.

Die Küche war früher in erster Linie ein Funktionsraum. Er war eher abgeschottet. Die Durchreiche von der Küche in das Wohnzimmer war dafür das Symbol für die kleine Tür zwischen den unterschiedlichen Welten. Würden Sie diese These bestätigen?
Ja, das kann ich bestätigen. Aber diese Zeiten sind vorbei. Heute ist die Küche ein Statussymbol und ein Raum der Kommunikation. Klar, es gibt weiter funktionale Herausforderungen. Wir wollen in unseren Küchen gut kochen, aber auch gut leben. Küche ist heute, wo das Zuhause ist. Ich wage die Behauptung, dass die Küche sich zum wichtigsten Raum in einem Haus gewandelt hat.

Wir sitzen wieder wie vor Hunderten von Jahren um das grosse Feuer und erzählen uns beim Essen spannende Geschichten.
Genau, die Küche ist der Erlebnisraum

Wie spiegelt sich diese Entwicklung in den Produkten Ihres Hauses wider?
Design und Technik müssen heute viel mehr miteinander kommunizieren. Es ging und geht darum, ein funktionelles Produkt auf der Höhe der Zeit zu entwickeln. Es braucht heute immer noch ein funktionelles Produkt auf hohem technologischem Niveau. Das Produkt muss mich in meiner Küchenarbeit unterstützen. Dabei sollte es effizienter sein als frühere Produkte oder andere Produkte von Mitbewerbern. Wir versuchen jeweils auch ein Alleinstellungsmerkmal zu haben. Zum Beispiel mit unserer Lösung für gekühltes Sprudelwasser und gefiltertem stillem Wasser. Die Frage ist: Möchte man lediglich kochendes Wasser entnehmen oder auch kaltes und warmes, gekühltes, gefiltertes sprudelndes und stilles Wasser?

Das sind sportliche Herausforderungen?
Ja, beim Thema heisses Wasser, welches bei uns im Mittelpunkt steht, kann es nicht sein, nur auf den Durchschnitt zu setzen. Unser erstes Modell war rein funktionell ausgelegt, aber schon beim zweiten Modell kam auch die Frage nach dem passenden Design zum Zug. Es muss ja auch optisch in die Küche passen. Mittlerweile gehen beide Herausforderungen Hand in Hand: Super funktionell und hochwertiges Design sind heute fast schon selbstverständlich.

Sie kennen unterschiedliche Küchenwelten. Gibt es eigentlich nationale Unterschiede oder Vorlieben zwischen Küchen in den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz?
Ja, es gibt Unterschiede in den vorgefundenen Gegebenheiten. In den Niederlanden ist es so, dass man zunächst nur einen Kaltwasseranschluss hat. Es steht aus diesem Grund ein Boiler schnell auf der Agenda. Hier können wir mit unserem COMBI-Reservoir punkten. Hierbei wird warmes sowie auch kochendes Wasser aus dem Reservoir geliefert. In Deutschland und der Schweiz hat man meist einen Kalt- und Warmwasseranschluss, hier müssen wir dann logischerweise anders agieren. Von der Technik gleichen sich die Gegebenheiten aber immer weiter an. Trotzdem gibt es immer mehr individuell unterschiedliche Designvorstellungen. Darauf müssen wir reagieren.

Ihr Kernthema ist heisses Wasser in der Küche. Klassische Lösungen setzen auf Wasserkocher, Boiler oder den klassischen Topf auf dem Herd. Wo liegen hier die Defizite und umgekehrt die Vorteile der Quooker-Lösungen?
Bei einem Quooker hat man das Wasser sofort kochend zur Verfügung. Die Menge des Wassers richtet sich am Bedarf aus. Man muss daher erstens nicht warten und zweitens verbraucht man weniger Wasser und Energie. Ein dritter Punkt betrifft die Sicherheit. An einem Wasserkocher oder einem Kessel kann man sich schnell verbrühen. Jeder hat solche schmerzhaften Situationen schon erlebt. Bei einem Quooker-Strahl, der zudem mit Luft angereichert ist, können Sie sich nicht die Haut verbrennen. Dank der sicheren Doppel-Drück-Dreh-Bedienung für das Kochend- Wasser haben wir bis heute keinen Verbrennungsfall mit dem Quooker – und das bei um die 600’000 installierten Geräten in Europa.

Wagen wir einen Sprung in die Praxis. Wie gelingen bei Ihnen die Spaghetti?
Es geht schneller und besser. Sie können mit dem Quooker optimal blanchieren und pochieren. So gelingen auch Couscous und Fisch optimal. Sie brauchen dazu nur einen Quooker.

Das kann man nur in der Praxis erleben?
Ja, den Wert erkennt man nur in der Praxis, und hier haben wir in der Schweiz noch Luft nach oben. Das wollen wir verändern.

Gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten?
Ja, auch das Thema Reinigung in der Küche wird mit einem Quooker einfacher. Nehmen Sie zum Beispiel ein Schneidebrett, auf dem ein Poulet geschnitten wurde. Mit unserer Lösung geht die Reinigung sehr viel einfacher und schneller. Auch junge Familien profitieren. Zum Beispiel bei der sterilen Zubereitung eines Schoppens.

Gibt es eigentlich schon ein Kochbuch, in dem der Quooker bei der Rezepte-Zubereitung zum Einsatz kommt?
Nein, aber das könnte eine Idee sein.

Wir haben es schon angesprochen: Heute sind die Themen Energie und Effizienz ein wichtiger Knackpunkt. Heisses Wasser braucht Energie. Welche Lösung steht hier bei Ihnen im Vordergrund?
Permanent heisses Wasser braucht im Normalfall sehr viel Energie. Das ist bei unserem patentierten System nicht der Fall. Wir arbeiten mit einer Hochvakuum-Isolation. Unser Modell funktioniert ähnlich wie eine Thermosflasche. Das Wasser wird im Reservoir auf eine Temperatur von 110 Grad gebracht, welche wir dank dieser Isolierung sehr lange halten können. Da braucht es sehr wenig zusätzlichen Strom, um die Temperatur zu halten. Im Quooker-StandbyModus kostet der Strom nur gerade vier bis fünf Rappen pro 24 Stunden. Das ist bedeutend weniger als ein Duschgang. Dann kommt es natürlich auf die Gebrauchszeit an, die kann individuell sehr unterschiedlich sein. Auf jeden Fall ist es sehr viel effizienter wie alle vergleichbaren Lösungen.

Lang stehendes Wasser birgt aber auch einige Gefahren?
Bei 110 Grad gibt es keine solchen Gefahren. Das Wasser ist rein. Zusätzlich haben wir aber auch noch ein Aktivkohlefilter in dem Reservoir eingebaut. So kann auch beim Thema Geschmack nichts schiefgehen. Das Wasser ist rein und ohne Keime. Wenn der Quooker eingeschaltet ist, bleibt dies auch so.

Auf den heutigen Arbeitsflächen und Spülen in der Küche kommen viele Arbeitswerkzeuge zusammen. Zum Beispiel die Mischbatterie. Wie integrieren sich hier Ihre Produkte?
Es gibt zwei Varianten. Es gibt die nur Kochend-Variante, die im Rahmen und in der Optik der Mischarmatur und zum Design der Küche passend gestaltet wird; verchromt glänzend, Voll-Edelstahl oder schwarz matt sind die gängigen Varianten. Dann gibt es die kombinierte Variante, wo man kalt, warm und kochend in einer Armatur zur Verfügung hat. Diese Produktlinie inklusive Zugauslauf (FLEX) setzen wir in erster Linie – zu 75 Prozent – in der Schweiz ein. Neu und sehr wichtig für den Schweizer Markt ist die Ergänzung mit unserem CUBE für gekühltes sprudelndes sowie auch stilles Wasser, welcher mit jedem Armaturentyp von uns kompatibel ist.

Ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung geniesst einen hohen Stellenwert. Können Sie uns mögliche Szenarien der nächsten Jahre aus Ihrem Hause verraten? Sie haben recht, Forschung und Entwicklung steht bei uns ganz oben auf der Agenda. Das Produkt (FLEX), bei dem kaltes / warmes und kochendes Wasser inklusive Zugauslauf realisiert wurde, ist weltweit einzigartig. Zudem haben wir mit der Entwicklung eines Expansionsgefässes im Reservoir Massstäbe gesetzt und bieten damit eine sehr einfache Installation. Sie beträgt um die 20 Minuten.

Um was geht es da?
Das ist ein Reservoir, das sich ausdehnen und komprimieren kann. Damit kommen wir in den Sicherheitsfragen, wenn man mit einem Behältnis mit kochendem Wasser zu tun hat, qualitativ einige Schritte weiter. Das gibt es so auch nicht auf dem Markt.

Der Schweizer Küchenmarkt ist ambitioniert aufgestellt. Welche Ziele haben Sie sich in den nächsten Jahren gesetzt?
Unser Thema wird immer aktueller. Auch andere Anbieter haben jetzt beim Thema kochendes Wasser Handlungsbedarf entdeckt, und auch dieses Anliegen stärkt unsere Position, da das Thema bekannter wird und wir das Original sind.

WWW.QUOOKER.CH