Hirntraining mit Spassfaktor

von Fabrice Müller

Christoph Fahrni gehört zu den Gründern der Denkwiese-Events in Bern.

Bern ist um einen Anlass der besonderen Art reicher: Die Denkwiese-Nächte verbinden Weiterbildung mit Unterhaltung. Hochkarätige Referentinnen und Referenten sorgen für Wissenstransfer und viel Spass. Und jede/r kann dabei sein.

«Deine Visionen warten überall, sind bereit, in den Einsatz zu schreiten und gesehen zu werden. Visionen zu haben, sie umzusetzen, sie zu leben und grossartig davon leben zu können, ist so viel einfacher, als du glaubst …» Mit diesen Worten motivierte die Schweizer Buchautorin Milena Haller im Rahmen ihres Referats an der zweiten Denkwiese-Nacht vom 7. September in Bern das Publikum, die eigenen Visionen umzusetzen. Mit einer Vision starteten auch Christoph Fahrni (34) und Pascal Schwendimann (31) vor bald einem Jahr. Inspiriert von einem Buch, das aufzeigt, wie bestimmte Denkprozesse einen Kreativprozess auslösen können, begaben sich die beiden Arbeitskollegen, die früher zum Leitungsteam des Swisscom-Shops in Bern gehörten, auf die Suche nach ihren eigenen Visionen und Ideen. «Wir wollten etwas auf die Beine stellen, das für viele Menschen einen Mehrwert darstellt, etwas mit Sinn und Potenzial», schildert Christoph Fahrni die Ausgangslage im Mai 2017.

Weiterbildung und Unterhaltung verbinden
Nachdem sie ihre Hirnzellen in regelmässigen Treffen auf Hochtouren brachten, um nach zündenden Ideen für ein gemeinsames Projekt zu suchen, kamen sie zum Schluss: «Wir mussten die Bedürfnisse der Gesellschaft, sprich, was die Menschen beschäftigt, aber auch das, was uns bewegt, ins Zentrum unseres Projekts stellen», schildert Christoph Fahrni die Entstehungsgeschichte der Denkwiese. Geboren war die Idee, das Bedürfnis vieler Menschen nach Wissen mit dem Wunsch nach Unterhaltung zu verbinden. Mit Unterhaltung lerne es sich besser, ist Christoph Fahrni überzeugt. Ebenso mit Referentinnen und Referenten, die ihr Know-how und ihre Erfahrungen als Impulsvorträge in 20-Minuten-­Portionen attraktiv und praxisorientiert vermitteln. Keine langweiligen, stundenlangen Vorträge sollen auf der Denkwiese über den Äther gehen, sondern kurze, knackige und informative Beiträge wie auch Diskussionen, die ein breites Publikum ansprechen und einen Mehrwert bieten. Der erste Denkwiese-Event fand im Stufenbau in Bern statt. Mit dabei der ehemalige Profi-Tennisspieler Markus Czerner, der zum Thema Miss­erfolg sprach. «Manche seiner Aussagen haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen», schwärmt Christoph Fahrni und zitiert folgende Aussage von Markus Czerner: «Du wirst im Leben immer wieder scheitern. Nimm es an, werde besser, scheitere immer besser.» Spuren hinterlassen habe auch folgende Aussage von Markus Czerner: «Wir alle kennen unser Geburtsdatum, nicht aber unser Enddatum: Also, nutz deine Zeit und füll dein Leben mit Momenten.»

Nähe als Erfolgsfaktor
Zwei bis dreimal im Jahr steht die Denkwiese-Nacht auf dem Programm, an der acht Referentinnen und Referenten, ein Denkwiese-­Gespräch sowie Musik für Wissensvermittlung und Unterhaltung sorgen. An der nächsten Denkwiese-Nacht vom 1. März 2019 im Zentrum Paul Klee in Bern treten der Motivationstrainer Biyon Kattilathu, der Mentalcoach, Unternehmer und passionierte Bergsteiger Dino Beerli sowie weitere hochkarätige Rednerinnen und Redner auf. Ein wichtiger Bestandteil der Denkwiese-Anlässe mit bis zu 200 Teilnehmenden sind die «Denkpausen» zwischen den Referaten. Sie dauern 20 Minuten und ermöglichen den Austausch mit den Besuchern und den Referentinnen und Referenten. «Wir erwarten von den Rednern, dass sie sich bewusst für Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung stellen», sagt Christoph Fahrni. Diese Nähe sei ein wichtiger Erfolgsfaktor der Denkwiese-Events. 

Klare Vorstellungen bei der Referentenwahl
Bei der Auswahl der Referentinnen und Referenten legen Pascal Schwendi­mann und Christoph Fahrni den Fokus auf Persönlichkeiten aus den Bereichen Kommunikation, Beziehung, Gesundheit, mentale Stärke, Erziehung und beruflicher / persönlicher Erfolg. Ausserdem sollten die Referenten über Erfahrung als Redner verfügen und durch ihre Ausstrahlung überzeugen. «Wir führen mit allen Referentinnen und Referenten Vorgespräche, um abzuschätzen, ob sie zu unserem Konzept passen», sagt Christoph Fahrni. Weil er und Pascal Schwendimann mit der Denkwiese ein breites Publikum ansprechen, müssen sich die Redner entsprechend ausrichten. Es gilt, innerhalb kurzer Zeit die Essenz des Themas zu vermitteln. Wer steht bei Christoph Fahrni und Pascal Schwendimann auf der Wunschliste für künftige Referate? «Wir würden gerne René Borbonus aus Deutschland mit dem Thema ‹Die Kraft der Rhetorik› zu uns nach Bern einladen. Und Bertrand Piccard hätte sicher zu den Themen Mut, Unternehmertum und Konzentration einiges zu sagen. Auch ihn wollen wir einmal auf unserer Denkwiese-Bühne sehen», sagen die beiden Organisatoren. Sie sehen die Denkwiese aber ebenso als Plattform für weitere Projekte und Ideen in der Wissensvermittlung. Sechs Wochen nach einem Denkwiese-Anlass werden die Referate auf Youtube veröffentlicht. Weitere spannende Produkte der Denkwiese stehen in der Pipeline. 

www.denkwiese.ch